12 Aug 2016

In Folge der bislang festgestellten Verstöße steigt der Prüfungsdruck

Keine Kommentare Beratung, wirtschaftlicher Erfolg

In vielen Regionen zeichnet sich Zeitarbeit durch einen starken Preiswettbewerb mit sinkenden Margen aus. Das geht offensichtlich auch zu Lasten der extern Beschäftigten, wie die BA als Aufsichtsbehörde in den letzten 7 Jahren festgestellt hat. Über 13.700 AÜ-Erlaubnisinhaber haben gegen Gesetze und Tarife verstoßen. Die meisten Fehler wurden bei der Durchschnittsberechnung (Urlaub, Krankheit) sowie bei der Bezahlung von Feiertagen und Branchenzuschlägen festgestellt. Diese wurden durch falsche, nicht gesetzeskonforme „Empfehlungen“ oder durch nicht korrekt arbeitende Software verursacht.

In der Zwischenzeit nimmt der Prüfungsdruck der BA als Aufsichtsbehörde zu. Auch die Rentenversicherung hat ihren Fokus auf die von der BA festgestellten Verstöße gerichtet. Dabei wird das von der I.Q.Z entwickelte Tool zur Prüfung der Korrektheit der Durchschnittsberechnung eingesetzt.

Folgen der Falschberechnung sind hohe Nachzahlungen, empfindliche Bußgelder und möglicherweise der Verlust der AÜ-Erlaubnis.

Was ist zu tun?

Das eigene Compliance-Risiko sollte nachhaltig gesenkt werden. Zudem ist es vorteilhaft, Kundenbetrieben glaubhaft zu dokumentieren, dass Gesetze und Tarife korrekt von Ihnen als Dienstleister eingehalten werden.

Hier hilft das nach einem externen Audit verliehene anerkannte Qualitätssiegel faire Zeitarbeit.

Durch den Check der I.Q.Z werden u.a. alle relevanten Prüfkriterien der BA abgedeckt. Die Erfahrungswerte der letzten 8 Jahre belegen, dass ein positives Audit der I.Q.Z Sicherheit für BA-Prüfungen garantiert.

05 Aug 2016

Abgrenzung der Tarifzuständigkeiten in der „Kontraktlogistik“ hat zukünftig Auswirkungen auf die Anwendung der Branchenzuschlagstarife

Keine Kommentare Beratung, Tarife

Die IG Metall und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben seit Anfang des Jahres 2016 die Tarifzuständigkeit für Unternehmen der industriellen Kontraktlogistik geklärt. Und zwar in den Branchen Automobil- und Fahrzeugbau, Stahl, Luft- und Raumfahrt sowie Schiffbau.

Die IG Metall ist demnach zuständig:

  • wenn ein Kontraktlogistiker seine Tätigkeit auf dem Werksgelände eines Betriebs erbringt, der in den Organisationsbereich der IG Metall fällt .
  • wenn ein Kontraktlogistiker seine Tätigkeit zu mehr als 75 Prozent für einen Endkunden erbringt, der in den Organisationsbereich der IG Metall fällt.
  • wenn bei einem Kontraktlogistiker produktive Tätigkeiten (Fertigung, Montage) mehr als 50 Prozent der Gesamttätigkeiten ausmachen.

Verdi ist zuständig:

  • wenn ein Kontraktlogistiker mehrere Endkunden bedient und keiner von ihnen einen Anteil von 75 Prozent erreicht (Ausnahme: Fertigung/Montage mehr als 50 Prozent).
  • wenn ein Kontraktlogistiker ausschließlich logistische Tätigkeiten erbringt und gegenüber dem Kunden nicht weisungsgebunden ist.

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21 Jul 2016

Bericht der Bundesagentur für Arbeit zur Zeitarbeit – Stand 31.12.2015

Keine Kommentare Politik, Untersuchung

BaGestiegene Beschäftigungszahlen – sonst in der Beurteilung der Branche keine Änderungen.

Die Fakten:

  • Im Dezember 2015 waren 951.000 Leiharbeitnehmer in Deutschland sozialversicherungs-pflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt.
  • Der Anteil der Leiharbeitnehmer an der Gesamt-beschäftigung liegt bei knapp 3 Prozent.
  • Leiharbeitnehmer arbeiten häufiger in Tätigkeiten, die mit einem niedrigen Anforderungs-niveau verbunden sind. Mehr als jeder Zweite übt eine Helfertätigkeit aus.
  • Die Mehrzahl der Zeitarbeitnehmer ist männlich und überwiegend jung. Personen ohne Berufsabschluss sind anteilig deutlich häufiger vertreten als bei den Beschäftigten insgesamt. Auch der Ausländeranteil ist in der Zeitarbeit höher.
  • Im zweiten Halbjahr 2015 wurden 691.000 Beschäftigungsverhältnisse neu abgeschlossen und 717.000 beendet. Gut jeder Fünfte (20 %) neue Leiharbeitnehmer war zuvor ein Jahr oder länger ohne Arbeit oder noch nie zuvor beschäftigt.
  • Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten.
  • Die hohe Dynamik der gesamten Zeitarbeitsbranche spiegelt sich auch in einem überdurchschnittlich hohen Risiko, aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden.
  • Die Nachhaltigkeit von Beschäftigungsaufnahmen in der Zeitarbeit ist niedriger als im Durchschnitt über alle Branchen. Nach sechs bzw. zwölf Monaten sind knapp 60 Prozent der Arbeitslosen, die aus Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung in der Zeitarbeit aufgenommen haben, sozialversicherungspflichtig beschäftigt (nicht immer im gleichen Betrieb).
  • Die Bruttoarbeitsentgelte in der Zeitarbeit liegen deutlich unter den im Durchschnitt über alle Branchen erzielten Entgelten.
(Quellehttp://ig-zeitarbeit.de/system/files/2016/16-07-07_zeitarbeitsbroschuere.pdf)
13 Jul 2016

Umfrage unter den extern Beschäftigten der Zeitarbeit 2016

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Firmenbezogene vs. anonyme Online -Umfrage

Auch 2016 wurde die ein Spotlight auf die Branche geworfen. Jeder Personaldienstleister in Deutschland, der überwiegend Zeitarbeit betreibt und eine Bewertung durch die eigenen externen Mitarbeiter/innen nicht scheute, konnte an der Umfrage zur Bewertung des Arbeitgebers durch die externen Beschäftigten (BRC – BEST RATED COMPANIES) teilnehmen. Parallel wurde eine anonyme Online-Befragung mit gleichen Fragen durchgeführt. Beide Projekte zeichnen mit über 3.000 teilnehmenden extern Beschäftigten ein durchaus repräsentatives Bild der Zeitarbeitsbranche.

Die beiden Umfragen beleuchten die Qualität der Disposition und Personalarbeit in den Unternehmen aus Sicht der externen Mitarbeiter/innen. Es geht um die Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen. Bei der anonymen Online-Befragung sind nur knapp 29 % der Befragten mit ihrem Arbeitgeber zufrieden. Deutlich anders sieht es im BRC-PROJEKT aus. Hier sind über 84 % mit ihren Arbeitgeber zufrieden und nur 4,6 % sehen ihre Arbeitgeber nicht positiv. Dieser signifikante Unterschied wird bei der Beantwortung der Frage nach der „Weiterempfehlung seines momentanen Arbeitgebers“ noch deutlicher. Bei der Online-Befragung entschieden sich knapp 61 % der Befragten ihren Arbeitgeber keinesfalls weiter zu empfehlen. Beim BRC – Projekt würden knapp 90 % ein Arbeitsverhältnis mit ihrem Unternehmen empfehlen.

Beim BRC-PROJEKT wurden Unternehmen mit einer durchschnittlichen Positivbewertung von über 80 % mit 5 Sternen ausgezeichnet. Bei mehr als 70 % (60 %) gab es 4 (3) Sterne. Zieht man Parallelen mit dem Compliance-Report, so sind die Ergebnisse der Umfrage nachvollziehbar.

Die gesamte Auswertung des BRC-Projektes finden Sie hier. 

23 Jun 2016

LEIHARBEIT UND WERKVERTRÄGE – „DER GESETZENTWURF IST EIN FEHLWURF!“

Keine Kommentare Beratung, Politik

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Norbert Fuhrmann im exklusiven Interview mit der G.I.B. Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH einer Gesellschaft des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales  der Landesregierung NRW.

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Herr Fuhrmann, die Bundesarbeitsministerin sieht in dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf den entscheidenden Schritt, um Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen einzu-dämmen. Ist der Gesetzentwurf wirklich der große Wurf?

N. F. : Gemessen an den Zielen, Missbrauch bei Zeitarbeit und Werkvertrag zu verhindern, ist der Gesetzentwurf ein Fehlwurf. Der Begriff „Zeitarbeit ist vorübergehend“ sollte z.B. definiert werden. Was ist herausgekommen? Zwar wechseln die eingesetzten Personen nach 18 Monaten, aber über Jahre kann Zeitarbeit als preiswerte Alternative eingesetzt werden.

Auch die Erhöhung der Tarifbindung bei den Entleihunternehmen durch den Anreiz, Einsatzzeitverlängerungen über 18 Monate hinaus nur per Tarifvertrag regeln zu können, ist aufgegeben worden, da nun auch nicht tarifgebundene Entleihunternehmen sich an tarifliche Regeln zur Verlängerung „anhängen“ dürfen. Andererseits werden bestehende und gut funktionierende tarifliche Regelung zwischen Tarifpartnern der Zeitarbeit zur Einsatzzeit zum Nachteil der betroffenen Beschäftigten ignoriert bzw. ausgehebelt.

F.A. Wird es mit dem Gesetz gelingen, den Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern?

N.F.: Genau das Gegenteil ist der Fall. Es kann zwar die Überlassungserlaubnis als Schutz vor Illegalität bei Scheinwerkverträgen nicht mehr „hervorgezaubert“ werden, aber die Auftraggeber von Scheinwerkverträgen werden besser vor den Folgen der illegalen Arbeitnehmerüberlassung durch das Widerspruchsrecht des Mitarbeiters (will keinen Wechsel zum Auftraggeber) geschützt. Während früher bei illegaler Überlassung automatisch ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher/Auftraggeber entstand und die Differenz zu den betrieblichen Löhnen + plus SV-Beiträgen nachgezahlt werden musste, ist durch das Widerspruchsrecht des im Scheinwerkvertrag Beschäftigten nun das Risiko für den Auftraggeber stark reduziert worden.

In der Praxis werden bei Beginn eines „zweifelhaften Werkvertrags“ die Beschäftigten unterschreiben (müssen), dass sie nicht zum Auftraggeber wechseln wollen. Damit gibt es im Gegensatz zur jetzigen Regelung keine finanzielle Gleichstellung für die Beschäftigten aber einen zusätzlichen Schutz für Auftraggeber von zweifelhaften Werkverträgen. Dem Missbrauch wurde ein Scheunentor geöffnet.

F.A: Was muss aus Ihrer Sicht dringend in dem Gesetzentwurf geändert werden?

N.F.: Das Widerspruchsrecht muss aus dem Gesetz raus, damit das Lohndumping mit Scheinwerk-verträgen nicht weiter um sich greift. Der Einsatz bei Streiks muss auf den Betrieb definiert werden.„Equal Pay“ sollte grundsätzlich von den Tarifparteien definiert werden. Bestehende und funktio-nierende Tarifregelungen zu Einsatzzeiten sollten weiterhin Gültigkeit haben. Die Tarifparteien der Zeitarbeit sollten nicht als Tarifparteien 2. Klasse behandelt werden, werden, sondern auch die Möglichkeit haben, zu Einsatzzeiten tarifliche Regelungen abzuschließen. Weiterlesen

14 Jun 2016

I.Q.Z Statusreport 2016 – Umfrage zur Zeitarbeit zeichnet schlechtes Bild der Branche

Keine Kommentare Unternehmensmarke, Untersuchung

Ergebnisse der anonymen Online-Umfrage 2016 – Externe Mitarbeiter bewerten ihr Unternehmen“

Zusammenfassung der Ergebnisse

Mit knapp 1.400 Teilnehmern ist ein durchaus repräsentatives Umfrageergebnis erzielt worden . Die Schwankungsbreite der einzelnen Antworten zeigt die differenzierte Sichtweise der Beschäftigten in der Zeitarbeit. Dabei spiegelt sich selbstverständlich das subjektive Empfinden der Beschäftigten wider. Während eine wenige Beschäftigte ihren Unternehmen ein gutes Zeugnis ausstellen, sind fast 2/3 mit mit ihrem Unternehmen nicht zufrieden.

Bei der Online-Befragung war die Nennung des Arbeitgebers freigestellt. Die Nennung ist bei 42 % der Beschäftigten erfolgt. Es wurden dort insgesamt 212 Arbeitgeber benannt.

In der anonymen Online-Befragung waren – wie 2015 – die geringsten positiven Bewertungen beim Betriebsklima, den Infos zum Arbeitsvertrag und Einsatz sowie zum Thema Fahrzeit zu verzeichnen. Auch im Vergleich zu vorherigen Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen ist keine herausragende Bewertung zu verzeichnen.

Dass nur 25% ihr Unternehmen weiterempfehlen würden, ist ein erschreckendes Ergebnis. Es wird von vielen Unternehmen vergessen, dass im Zeichen des Bewerbermangels die Empfehlungsinstanz der beschäftigten Mitarbeiter ein wichtiger Faktor zur Gewinnung neuer Mitarbeiter ist. Eine Unternehmensmarke (Employer Branding) kann so nicht entstehen. 

Übersicht der positiven Bewertungen 2016/2015 Weiterlesen

02 Jun 2016

Bundeskabinett einigt sich bei Zeitarbeit

Keine Kommentare Politik

kabinettIn der gestrigen Kabinettssitzung wurde das Gesetzesvorhaben zur Verhinderung von Missbrauch bei  Werkvertrag und Zeitarbeit auf denWeg gebracht. Für die Zeitarbeit bedeutet das:

Höchstüberlassungsdauer

Die Überlassungshöchstdauer beträgt grundsätzlich 18 Monate. Durch Tarifverträge (Entleihbetriebe) kann davon abgewichen werden. Wird durch einen Tarifvertrag für Betriebsvereinbarungen eine abweichende Höchstgrenze ausdrücklich festlegt, kann bei allen tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Unternehmen davon abgewichen werden. Wenn nicht können nicht tarifgebundene Entleihbetriebe die Höchstüberlassungsdauer nur auf 24 Monate beschränken.

Equal pay

Nach einer Einsatzdauer von 9 Monaten entsteht der zwingenden Anspruch des Zeitarbeitnehmers auf Gleichstellung.

Unterbrechungszeit

Die Unterbrechungszeit bei der Höchstüberlassungsdauer beträgt 3 Monate. Ist die „Auszeit“ des Einsatzes länger, so läuft die Überlassungszeit neu. Das Gleiche gilt für den Equal-Pay-Anspruch.

Inkrafttreten/Übergangzeit

Das Gesetz soll zum eventuell schon ab 01.01.2017 in Kraft treten (genauer Zeitpunkt bleibt abzuwarten). Die Zeiten der Überlassung vor dem 01.01.2017 zählen weder für den Equal-Pay-Anspruch, noch für die Höchstüberlassungsdauer mit.

Streikbruch

Das Kundenunternehmen darf Zeitarbeitnehmer an den Stellen nicht einsetzen, an denen streikenden Stammbeschäftigten beschäftigt waren.

Karl Schiewerling, Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, wies darauf hin, dass im parlamentarischen Prozess noch einige „Nachjustierungen“ anstehen. Eine Bewertung des Gesetzentwurfs wird in Kürze veröffentlicht.

 

17 Mai 2016

Deutsche Rentenversicherung prüft verstärkt Durchschnittsberechnung

1 Kommentar Uncategorized

Wie bereits berichtet, wurden bei den Prüfungen der Bundesagentur für Arbeit im Zeitraum 2009 bis 2015 festgestellt, dass 2/3 der geprüften Zeitarbeitsunternehmen (13.746 Fälle) gegen Tarife und Gesetze verstoßen haben (http://ow.ly/pI4R300heki).

Die häufigsten Verstöße im Zeitraum 2013 – 2015 waren: Fehlerhafte Entgeltfortzahlung an Feiertagen sowie im Urlaubs- und Krankheitsfall. Branchenzuschläge  und Mindest-löhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) wurden nicht korrekt vergütet. Die Eingruppierung der Leiharbeitskräfte entsprach nicht der imÜberlassungsvertrag beschriebenen Tätigkeit.

Die meisten dieser Verstöße betreffen neben den Beschäftigten auch  die Sozialkassen. Dort gilt  bekanntlich das „Anspruchsprinzip“ . Beiträge sind gemäß den Vergütungsansprüchen (aus Tarif und Gesetz) zu zahlen. Deshalb rücken die o.g. Verstöße in den Fokus der Sozialversicherungsprüfungen. Besonderes Augenmerk wird auf die Korrektheit der Durchschnittsberechnung gelegt. Werden fehlerhafte Lohnzahlungen bei allgemeinverbindlichen Mindestlöhnen festgestellt, wird der Zoll verständigt.

SicherheitEs empfiehlt sich daher, zur eigenen Sicherheit und um mögliche Überraschungen zu verhindern, seine Lohnsoftware (inkl. Ein-stellungen) auf Korrektheit zu überprüfen.

Wer zur Eigenkontrolle ein Überprüfungstool zur Durchschnittsberechnung wünscht, kann das bei der I.Q.Z (info@iq-z.de) gegen eine Schutzgebühr (Vorkasse) von 40,00 € plus MWST (=47,60 €) jederzeit bestellen.

11 Mai 2016

Einigung im Streit um die Neuregelung der Zeitarbeit und Werkverträge

1 Kommentar Politik

Für die rund eine Million Leiharbeiter wird es jetzt klare gesetzliche Vorgaben geben. Der Gesetz-entwurf von Arbeitsministerin Nahles wird aber nach dem gestrigen Koalitionsausschuss etwas geändert. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

„Equal Pay“: Grundsätzlich gilt, dass Zeitarbeiter nach neun Monaten im selben Entleihbetrieb Anspruch auf den gleichen Lohn wie Stammbelegschaften haben. Davon dürfen Arbeitgeber und Gewerkschaften abweichen, wenn es Tarifverträge gibt, in denen Zuschläge für Leiharbeiter geregelt sind, sofern diese Zuschläge den Einstiegslohn schon nach sechs Wochen erhöhen – wie etwa in der Chemie- und Metallbranche. Nach spätestens 15 Monaten muss aber ein Arbeitsentgelt erreicht werden, das von den Tarifparteien als gleichwertig mit Stammbeschäftigten erachtet wird.

Höchstüberlassungsdauer: Grundsätzlich darf ein Leiharbeiter höchstens 18 Monate im selben Entleihbetrieb beschäftigt werden – dann muss er gehen oder der Betrieb muss ihn fest übernehmen. Auch davon dürfen Gewerkschaften und Arbeitgeber auf Grundlage gemeinsamer Vereinbarungen aber abweichen. Auch Unternehmen, die keinem Flächentarifvertrag unterliegen, können die Überlassungsdauer verlängern, wenn sie mit ihrem Betriebsrat eine entsprechende Vereinbarung treffen. Die Unterbrechungszeit bis zu einem möglichen Neueinsatz wurde von 6 auf 3 Monate reduziert.

Übergangsfrist für Arbeitgeber: Zudem müssen Leiharbeiter noch etwas länger warten, bis sie Anspruch auf den gleichen Lohn haben. Bei der Beschäftigungsdauer von neun Monaten, die dafür Voraussetzung ist, werden nur Zeiten ab dem Inkrafttreten gezählt. Davor liegende Beschäftigungs-zeiten bleiben außen vor. „Die Arbeitgeber erhalten so eine Übergangsfrist“, heißt es in der Einigung.

Streikbrecher: Betriebe dürfen Leiharbeiter nicht arbeiten lassen, wenn es einen Arbeitskampf gibt. Sie dürfen aber weiter eingesetzt werden, wenn sie keine Aufgaben von Streikenden verrichten. Dies muss Nahles in ihrem Gesetzentwurf klarstellen.

Werkverträge: Bei den Regelungen zu Werkverträgen herrschte schon vor der Koalitionsrunde Einigkeit: Kriterien zur Abgrenzung von abhängiger und selbstständiger Arbeit sollen helfen, dass Arbeitgeber Werkverträge nicht missbrauchen. Bei der Zeitarbeit werden Arbeitskräfte entliehen, während bei einem Werkvertrag eine Arbeitsleistung unabhängig von einer bestimmten Person eingekauft wird. Arbeitgebern soll es erschwert werden, mit Werkverträgen Schutzstandards zu umgehen.

Das Gesetz soll nun am 01.07.2017 in Kraft treten.

Quelle https://www.tagesschau.de/wirtschaft/hintergrund-leiharbeit-101.html

In die Einigung fließen eindeutig Empfehlungen der I.Q.Z ein. Wie der Referentenentwurf nach der Einigung im Detail aussieht werden wir nach Veröffentlichung kommentieren.

09 Mai 2016

Wege zur sicheren Auswahl von Personaldienstleistern

Keine Kommentare Beratung, Rechtsprechung, Unternehmensmarke, wirtschaftlicher Erfolg, Zertifiziert

Große Veränderungen werfen ihre „Schatten“ voraus. Tarifverträge der Zeitarbeit (Mantel, Entgelt, Mindestlohn Zeitarbeit und Branchenzuschläge) laufen Ende des Jahres 2016 aus. Zusätzlich plant die Bundesregierung noch in diesem Jahr eine finanzielle Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer nach 9 Monaten mit dem Stammpersonal des Entleihers. Sollten Branchenzuschlagstarife bestehen oder neu abgeschlossen werden (bisher in 11 Branchen), soll die Gleichstellung nach 15 Monaten erfolgen. Außerdem soll die maximale Einsatzzeit 18 Monaten betragen. Tarifliche Ausnahmen sind momentan nur für die Entleihbetriebe vorgesehen. Die „Schutzfunktion“ einer Überlassungserlaubnis für Schein-Werkverträge soll entfallen und der Einsatz bei Streiks soll verboten werden.

Hintergrund dieser Aktivitäten ist, dass immer wieder  Missbrauch der Zeitarbeit festgestellt wurde. Aktuelle Zahlen der Prüfungsergebnisse der Erlaubnisbehörde (2013 bis 2016) und der 12. AÜG- Bericht der Bundesregierung (2009 bis 2012) zeigen den Hintergrund für die andauernde Missbrauchsdebatte auf (http://ow.ly/4mT367).

2/3 der Zeitarbeitsunternehmen halten Gesetze und Tarife nicht ein

lohnprüfungDie Bundesagentur zählt ca. 21.826 Erlaubnisinhaber im Sinne des AÜGs. In den letzten sieben Jahren wurden über 24.000 Prüfungen durchgeführt. In 13.746 Fällen wurden Verstöße gegen Gesetze und Tarifverträge festgestellt. 2/3 der geprüften Unternehmen haben nicht nach geltendem Recht gearbeitet. Die Aufsichtsbehörde hat allein in den letzten 2 Jahren 1,4 Mio. Euro an Bußgeldern verhängt und über 900 Unternehmen die Erlaubnis entzogen. Die häufigsten Verstöße betrafen die Entgeltfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall sowie an Feiertagen, Nicht-zahlung Branchenzuschlägen und Branchen-Mindestlöhnen und zu niedrige Eingruppierung.

Prüfabteilung der Rentenversicherung prüfen verstärkt die von der BA festgestellten Verstöße

Zustehender Lohn wird den Beschäftigten nicht gezahlt. Auch den  Sozialversicherungen wir ein nicht unerheblicher Teil an Beiträgen vorenthalten (strafrechtlich relevant). Bei den Sozialversicherungen zählt bekanntlich nicht das, was Mitarbeiter/innen gezahlt wurde, sondern worauf ein Beschäftigter Anspruch hat. Inzwischen prüfen nachweislich auch die Sozialversicherungen (Prüfabteilung der Rentenversicherung) und der Zoll verstärkt im Bereich der o.g. Verstöße. Einige Staatsanwaltschaften ermitteln auch wegen des Verdacht auf vorsätzlichen Betrug und Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. Weiterlesen